GEMEINSAM Durchblick haben

sehen!wutscher lautet die Devise im Augenoptikunternehmen in der dritten Generation. Alexandra & Fritz Wutscher jun. über ihre Sichtweisen.

Rund 600 Mitarbeiter:innen in 90 Geschäften in ganz Österreich gilt es zu führen und den Familienbetrieb in dritter Generation im wahrsten Sinne des Wortes mit Weitblick in die Zukunft zu geleiten. Seit 15 Jahren ist der 30-jährige Fritz Wutscher jun. bereits im Betrieb tätig, seine Schwester Alexandra (34) stieg nach der Matura und dem Abschluss als Optikermeisterin ein. Zusammen übernehmen sie nun Schritt für Schritt die Agenden des erfolgreichen Vaters – und haben mit „sehen!wutscher“ noch viel vor. Eines der vielen Erfolgsgeheimnisse des Unternehmens: „Wir haben vor Kurzem eine Familienverfassung niedergeschrieben, in der wir unter anderem festgelegt haben, wie wir Berufs- und Familienleben voneinander trennen. Denn privat sind wir die Kinder unseres Vaters, im Job sind wir Unternehmer. Das gelingt natürlich nicht immer, aber wir versuchen es“, erklärt Fritz Wutscher jun. lächelnd ihren Weg, gemeinsam stark, aber auch menschlich zu bleiben.

Artikel von Daniela Schimke - MADONNA Das Premium-Lifestyle Magazin und die Zeitung Österreich

Was macht Sie beide zum dynamischen Business-Duo?

Alexandra Wutscher: Ich würde sagen, dass wir ganz unterschiedliche Stärken haben – und uns optimal ergänzen. Mein Bruder ist der kreativere Geist. Ich bin eher die Strukturierte, Organisierte, wobei bei mir die Menschen im Vordergrund stehen, da ich das Personalmanagement führe. 

Fritz Wutscher jun.: Genau – mein Aufgabengebiet ist unter anderem der Ladenbau, die Geschäftsweiterentwicklung bzw. auch die Marketing-Abteilung. Also sämtliche kreative Themen. Wir haben ja zum Beispiel auch eine eigene Brillen-Kollektion, die FR!TZ EYEWEAR heißt.


Ihr Vater ist ja auch noch im Unternehmen tätig ...

Fritz Wutscher jun.: Genau, wir sind also eigentlich ein dynamisches Dreier-Gespann, wobei wir uns in einem sehr intensiven Übergabe-Prozess befinden, damit das Unternehmen weiter so erfolgreich läuft. Wir beide sind ja dann schon die dritte Wutscher-Generation.

War seit ihrer Kindheit schon klar, dass Sie einmal übernehmen werden?

Fritz Wutscher jun.: Ich habe ganz klassisch mit 15 mit der Lehre in unserem Unternehmen begonnen, weil für mich der Augenoptikerberuf wirklich ein sehr spannender war. Ich bin dann ins Ausland gegangen, war in Los Angeles und bin dann zurückgekommen. Für mich war das schon als Kind ein Traum, in das Unternehmen einzusteigen. Ich bin ja der dritte Fritz – mir war immer klar, dass ich mal in die Fußstapfen meines Opas und Papas treten werde.


Und für Sie, Alexandra?

Alexandra Wutscher: Für mich war es erst später klar, als ich die Matura gemeistert hatte. Da habe ich dann den Optikermeister gemacht und das Gebiet des Personalmanagements für mich als Entfaltungsmöglichkeit entdeckt. Da wir ja so stark gewachsen sind, war es enorm wichtig, dieses noch professioneller zu führen. Ich habe dann auch noch die Wutscher Akademie gegründet, was mir irrsinnig viel Freude macht.


Sie sind Geschwister und arbeiten zusammen. Wie oft kracht es denn da?

Alexandra Wutscher: Also Krachen würde ich nicht sagen, aber Emotionen gehören natürlich dazu. Klar gibt es auch Reibungen – aber das sehe ich sehr positiv, weil bei uns jeder mit Leidenschaft bei der Sache ist. Durch unsere teilweise unterschiedlichen Sichtweisen erweitern wir gegenseitig unseren Horizont, aber in den wesentlichen Dingen sind wir ohnehin immer einer Meinung.


Denken Sie liegt die unterschiedliche Sichtweise auch daran, dass Sie Frau und Mann sind?

Alexandra Wutscher: Ich kann nur von mir sprechen – ich habe sicher eher den fürsorglichen, empathischen Part inne. Aber ganz allgemein ist uns in unserem Unternehmen das Menschliche sehr wichtig. 

Fritz Wutscher jun.: Wir haben auch einen guten Slogan: „Ohne Wirtschaftlichkeit schaffen wir es nicht. Ohne Menschlichkeit ertragen wir es nicht.“

Was würde ihr Vater an dieser Stelle über ihre Arbeit sagen, glauben Sie?

Fritz Wutscher jun.: Ich glaube, dass er sehr stolz ist und auch glücklich, dass sehen!wutscher weiterhin ein österreichisches Familienunternehmen bleibt. 

 Alexandra Wutscher: Für ihn ist es – genauso wie für uns – wunderschön, gemeinsam als Familie an diesem Projekt zu arbeiten.


Ihr Lebensmotto?

Alexandra Wutscher: Sei du selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen möchtest. 

Fritz Wutscher jun.: Gib niemals auf – du weißt nie, wie nah du deinem Ziel bist.

"Unsere teilweise unterschiedlichen Sichtweisen erweitern unseren Horizont..."

Alexandra und Fritz Wutscher jun. über ihre Arbeit im Familienbetrieb