Weitsichtig: Wenn Nahes allzu fern scheint
Aufgepasst: Die Risiken einer Hyperopie
Weitsichtigkeit führt nicht nur zu einer Fehlsichtigkeit, die den Betroffenen das Leben (und das Lesen) schwer macht, sondern birgt auch das ernstzunehmende Risiko eines akuten Winkelblockglaukoms. Wer sich fragt, was sich hinter dem Wort Glaukom verbirgt, für den ist vielleicht der gebräuchlichere Name Grüner Star hilfreich – eine ernstzunehmende Erkrankung, die zu Erblindung führen kann.
Grund für diese spezielle Form des Grünen Stars bei Weitsichtigkeit ist ein durch die ständige Akkommodation durchgehend angespannter Ziliarmuskel. Dieser verdickt sich und hindert die Flüssigkeit zwischen Hornhaut und Augenlinse daran, abzufließen. Die Folge ist ein stark erhöhter Augeninnendruck, der den Sehnerv dauerhaft schädigen kann. Bei plötzlichen Sehstörungen sollte deswegen schnellstens ein Augenarzt aufgesucht werden.
Plus oder Minus: So werden Dioptrien bei Weitsichtigkeit angegeben
Dioptrien geben an, wie stark die Brechkraft des Auges ist und wie stark die Linse der Brille oder Kontaktlinse das Licht entweder bündeln oder brechen muss, um eine Fehlsichtigkeit auszugleichen. Bei Kurzsichtigkeit werden diese mit einem Minus, bei Weitsichtigkeit hingegen mit einem Plus angegeben.
Im Durchschnitt haben weitsichtige Personen weniger als +4 bis +5 Dioptrien, höhere Werte sind selten.
FAQ – Häufige Fragen zur Weitsichtigkeit
Menschen, die weitsichtig sind, haben Probleme, Objekte in der Nähe scharf zu sehen – vor allem das Lesen wird anstrengend. Gegenstände in der Ferne können jedoch scharf wahrgenommen werden. Infolge einer Weitsichtigkeit treten häufig Augenschmerzen, brennende Augen, Kopfschmerzen und Ermüdung auf.
Die häufigste Ursache einer Weitsichtigkeit ist ein zu kurzer Augapfel. Dadurch wird die Lichtbrechung gestört – der Brennpunkt der einfallenden Lichtstrahlen liegt nicht auf der Netzhaut, sondern dahinter – man sieht also unscharf. Als zweite Ursache für Weitsichtigkeit kann eine verminderte Brechkraft der Linse verantwortlich sein.
Neben Sehproblemen und damit einhergehenden Kopfschmerzen kann bei dieser Form der Fehlsichtigkeit ein erhöhter Augeninnendruck entstehen. Das Risiko für den Grünen Star (Glaukom) ist dann erhöht. Eine schnelle medizinische Behandlung ist in diesem Fall notwendig, da ansonsten die Gefahr einer Erblindung besteht.
Es gibt viele Behandlungsmethoden: Brillen, beispielsweise spezielle Gleitsichtbrillen, oder Kontaktlinsen sind eine einfache Möglichkeit, eine Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Eine Laseroperation (zum Beispiel LASIK) kann die Fehlsichtigkeit sogar dauerhaft ausgleichen.
Ja, das Auge kann sich mit der Zeit verändern, weshalb manchmal eine Nachkorrektur nötig ist. Aus diesem Grund wird eine Laserbehandlung nur bei Menschen durchgeführt, deren Dioptrienanzahl über einen längeren Zeitraum stabil ist.
Weitsichtigkeit kann bereits im Kindesalter auftreten – meist ist ein zu kurzer Augapfel die Ursache. Altersweitsichtigkeit ist hingegen keine Fehlsichtigkeit im engeren Sinne, sondern eine natürliche Alterung des Auges. Ab ca. 45 Jahren sehen viele Menschen durch die nachlassende Elastizität der Linse Objekte in der Nähe immer schlechter.