Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Wer weitsichtig ist, dem fällt das Sehen in der Nähe schwer.

Weitsichtig: Wenn Nahes allzu fern scheint

Das Schild in 100 Metern Entfernung zu entziffern – easy. Aber das Sehen in der Nähe bereitet Probleme? Dann könnte eine Weitsichtigkeit vorliegen. Wie es zu dieser Form der Fehlsichtigkeit kommt und wie sie sich behandeln lässt, verraten wir in diesem Beitrag.

Kurzsichtig vs. weitsichtig: Unterschiede und Symptome

Die Straßenschilder in einigen hundert Metern Entfernung erscheinen gestochen scharf – doch beim Lesen der Tageszeitung lassen sich selbst die größten Headlines nur schwer entziffern? In diesem Fall könnte eine Weitsichtigkeit die Ursache sein. Im Gegensatz zur Kurzsichtigkeit erscheint bei der Weitsichtigkeit Nahes verschwommen, während Objekte in der Ferne ohne Schwierigkeiten wahrgenommen werden.


Buchstaben zu entziffern fällt weitsichtigen Menschen somit zunehmend schwer – mit unangenehmen Folgen. Zu den Symptomen einer Weitsichtigkeit gehören:


  • Augenschmerzen (brennende Augen, gerötete Augen, müde Augen etc.)
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Ermüdungserscheinungen

Doch was sind die Ursachen einer Weitsichtigkeit – und sind diese behandelbar?

Ursachen der Weitsichtigkeit: Hyperopie einfach erklärt

Bevor wir den Ursachen einer Weitsichtigkeit – vom Augenarzt übrigens als Hyperopie oder Hypermetropie bezeichnet – nachgehen, lohnt ein kurzer Blick darauf, wie das Auge Objekte überhaupt scharf wahrnimmt.

Akkommodation: Wie das Auge scharf stellt

Damit wir unsere Umwelt so klar wie möglich sehen, muss der Brennpunkt der einfallenden Lichtstrahlen genau auf der Netzhaut (Retina) liegen. Doch Lichtstrahlen können nicht für alle Entfernungen gleich gebrochen werden – es braucht eine flexible Feinjustierung im Auge. Das bedeutet: Je näher ein Objekt ist, desto stärker müssen die Lichtstrahlen gebrochen werden. Dafür sorgt der Ziliarmuskel. Er spannt sich an und verformt die Linse so, dass der Brennpunkt im optimalen Fall exakt auf der Netzhaut liegt. Dieser Vorgang heißt Akkommodation.


Die häufigste Ursache für Weitsichtigkeit ist ein zu kurzer Augapfel. Damit der Brennpunkt der Lichtstrahlen beim Sehen naher Objekte auch bei Weitsichtigkeit direkt auf der Netzhaut liegt, müsste die Akkommodation stärker ausfallen als normal. Bei einem zu kurzen Augapfel reicht die natürliche Anpassungsleistung des Auges dafür jedoch oft nicht aus, und es entsteht eine Fehlsichtigkeit wie die Weitsichtigkeit.


Aus medizinischer Sicht gibt es für Weitsichtigkeit neben einem zu kurzen Augapfel noch eine weitere Ursache, nämlich eine verminderte Brechkraft der Linse.

Ein zu kurzer Augapfel ist die häufigste Ursache von Weitsichtigkeit.

Weitsichtigkeit: Die zwei Hauptursachen im Überblick

Zu kurzer Augapfel – Achsen-Hyperopie

Ein zu kurzer Augapfel ist die häufigste Ursache für Weitsichtigkeit. Durch die Verkürzung verringert sich der Abstand zwischen Linse und Netzhaut. Da die Akkommodation des Auges nicht stark genug ist, liegt der Brennpunkt der einfallenden Lichtstrahlen bei einem zu kurzen Augapfel hinter der Netzhaut. Weitsichtige Personen können daher nahe Objekte nicht scharf erkennen.


Verminderte Brechkraft des Auges – Brechungs-Hyperopie

Bei dieser Form der Weitsichtigkeit ist der Augapfel normal groß, doch die Brechkraft des Auges fällt geringer aus. Diese Form der Weitsichtigkeit ist wesentlich seltener, ihre Symptome sind aber dieselben wie bei der Achsen-Hyperopie.

Aufgepasst: Die Risiken einer Hyperopie

Weitsichtigkeit führt nicht nur zu einer Fehlsichtigkeit, die den Betroffenen das Leben (und das Lesen) schwer macht, sondern birgt auch das ernstzunehmende Risiko eines akuten Winkelblockglaukoms. Wer sich fragt, was sich hinter dem Wort Glaukom verbirgt, für den ist vielleicht der gebräuchlichere Name Grüner Star hilfreich – eine ernstzunehmende Erkrankung, die zu Erblindung führen kann.


Grund für diese spezielle Form des Grünen Stars bei Weitsichtigkeit ist ein durch die ständige Akkommodation durchgehend angespannter Ziliarmuskel. Dieser verdickt sich und hindert die Flüssigkeit zwischen Hornhaut und Augenlinse daran, abzufließen. Die Folge ist ein stark erhöhter Augeninnendruck, der den Sehnerv dauerhaft schädigen kann. Bei plötzlichen Sehstörungen sollte deswegen schnellstens ein Augenarzt aufgesucht werden.

Weitsichtigkeit bei Kindern: Was Eltern wissen sollten

Weitsichtigkeit kommt etwas seltener vor als Kurzsichtigkeit, ist aber ebenso genetisch bedingt und auch bei Kindern verbreitet. Um Komplikationen im Erwachsenenalter zu vermeiden, sollten Eltern mit ihren Kindern sofort einen Augenarzt konsultieren, wenn sie den Verdacht auf Weitsichtigkeit haben.


Eine ständige Akkommodation kann nämlich dazu führen, dass ein Auge zu schielen beginnt und sich daraus eine Schwachsichtigkeit entwickelt.


Bei einer Schwachsichtigkeit unterdrückt das Gehirn die Informationen des schielenden Auges, damit im Gehirn keine Doppelbilder entstehen. Um zu verhindern, dass das Schielen stärker und irreversibel wird, muss das betroffene Auge im Kindesalter für eine gewisse Zeit abgeklebt werden.

Ist mein Kind weitsichtig? Ein Gang zum Optiker hilft, Folgeschäden zu vermeiden.

Bin ich weitsichtig? So wird die Fehlsichtigkeit diagnostiziert

Oft kann das Auge eine Weitsichtigkeit durch die Akkommodation noch einige Zeit ausgleichen. Auch die Zeitung lässt sich anfangs immer noch ein klein wenig weiter von sich wegschieben, sodass man die wichtigsten Neuigkeiten entziffern kann. Doch irgendwann sind die Arme beim Lesen nicht mehr lang genug und ein Besuch beim Optiker oder Augenarzt wird unvermeidlich.


Ein einfacher Sehtest schafft schnell Klarheit. Um die Ergebnisse nicht zu verfälschen, werden besonders bei Kindern oftmals Augentropfen verwendet, die den Ziliarmuskel kurzzeitig lähmen und so eine Anpassung der Linse vorübergehend unmöglich machen.


Zur Absicherung der Diagnose kann zusätzlich eine Spiegelung des Augenhintergrunds, eine sogenannte Funduskopie, durchgeführt werden.

Brille korrigiert Weitsichtigkeit (Hyperopie) und ermöglicht scharfes Sehen im Alltag.
Speziell geschliffene Linsen beheben eine Hyperopie des Auges zuverlässig.

Brille oder Kontaktlinsen – Behandlungsmöglichkeiten und Korrekturen bei Weitsichtigkeit

Wer weitsichtig ist, hat die Wahl zwischen Brille und Kontaktlinsen. Beide sind optimal zur Korrektur dieser Form der Fehlsichtigkeit geeignet. Während Kinder meist nur an einer Form der Fehlsichtigkeit leiden, nämlich an Weitsichtigkeit, sind Erwachsene oft von einer Kombination aus Weitsichtigkeit und Kurzsichtigkeit betroffen. Dann sind spezielle Gleitsichtbrillen oder -kontaktlinsen erforderlich. Mit diesen speziell geschliffenen Linsen können nahe und ferne Objekte gleichermaßen scharf wahrgenommen werden. Eine weitere mögliche Behandlung ist die refraktive Chirurgie, also eine Laserbehandlung des Auges (z. B. LASIK, PRK oder CLE).

Plus oder Minus: So werden Dioptrien bei Weitsichtigkeit angegeben

Dioptrien geben an, wie stark die Brechkraft des Auges ist und wie stark die Linse der Brille oder Kontaktlinse das Licht entweder bündeln oder brechen muss, um eine Fehlsichtigkeit auszugleichen. Bei Kurzsichtigkeit werden diese mit einem Minus, bei Weitsichtigkeit hingegen mit einem Plus angegeben.


Im Durchschnitt haben weitsichtige Personen weniger als +4 bis +5 Dioptrien, höhere Werte sind selten.

Weitsichtig im Alter: Kann eine Kurzsichtigkeit ausgeglichen werden?

Mit zunehmendem Alter fällt vielen Menschen das Lesen schwer. Eine Lesebrille schafft hier zuverlässig Abhilfe. Wenn das Auge im Alter Objekte in der Nähe zunehmend unscharf sieht, spricht man allerdings nicht von Weitsichtigkeit, sondern von Alterssichtigkeit.


Alterssichtigkeit (im Fachjargon Presbyopie genannt) ist ab ca. 45 Jahren ein ganz normaler, natürlicher Alterungsprozess und keine Fehlsichtigkeit im engeren Sinne. Sie entsteht durch eine verminderte Elastizität der Linse, wodurch die Akkommodation schwächer ausfällt.


Trifft eine Alterssichtigkeit auf eine bestehende Kurzsichtigkeit, kann es tatsächlich zu einer Aufhebung der Kurzsichtigkeit kommen. Dies ist jedoch zumeist nur bei einer leichten Kurzsichtigkeit der Fall. Für die meisten Kurzsichtigen bedeutet die Alterssichtigkeit, dass sie von nun an zwei Brillen benötigen – oder für mehr Komfort auf eine Gleitsichtbrille umsteigen müssen.

Fazit: Weitsichtigkeit früh erkennen und richtig behandeln

Meist ist ein zu kurzer Augapfel die Ursache für Weitsichtigkeit. Wer den Verdacht hat, weitsichtig zu sein – oder dies bei seinen Kindern vermutet –, sollte unbedingt schnellstmöglich einen Optiker konsultieren, um bleibende Schäden wie etwa Schielen zu vermeiden.


Der oder die Optiker kann eine Weitsichtigkeit schnell und einfach mittels Sehtest diagnostizieren und mit den passenden Brillen oder Kontaktlinsen direkt beheben. So muss man die Zeitung am Morgen nicht mehr mit ausgestreckten Armen von sich weghalten und hat die Hände wieder frei für die wirklich wichtigen Dinge – wie etwa das Halten der Kaffeetasse.

Darstellung eines Auges zur Erklärung von Weitsichtigkeit und ihrer frühzeitigen Behandlung.

FAQ – Häufige Fragen zur Weitsichtigkeit

Menschen, die weitsichtig sind, haben Probleme, Objekte in der Nähe scharf zu sehen – vor allem das Lesen wird anstrengend. Gegenstände in der Ferne können jedoch scharf wahrgenommen werden. Infolge einer Weitsichtigkeit treten häufig Augenschmerzen, brennende Augen, Kopfschmerzen und Ermüdung auf.

Die häufigste Ursache einer Weitsichtigkeit ist ein zu kurzer Augapfel. Dadurch wird die Lichtbrechung gestört – der Brennpunkt der einfallenden Lichtstrahlen liegt nicht auf der Netzhaut, sondern dahinter – man sieht also unscharf. Als zweite Ursache für Weitsichtigkeit kann eine verminderte Brechkraft der Linse verantwortlich sein.

Neben Sehproblemen und damit einhergehenden Kopfschmerzen kann bei dieser Form der Fehlsichtigkeit ein erhöhter Augeninnendruck entstehen. Das Risiko für den Grünen Star (Glaukom) ist dann erhöht. Eine schnelle medizinische Behandlung ist in diesem Fall notwendig, da ansonsten die Gefahr einer Erblindung besteht.

Es gibt viele Behandlungsmethoden: Brillen, beispielsweise spezielle Gleitsichtbrillen, oder Kontaktlinsen sind eine einfache Möglichkeit, eine Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Eine Laseroperation (zum Beispiel LASIK) kann die Fehlsichtigkeit sogar dauerhaft ausgleichen.

Ja, das Auge kann sich mit der Zeit verändern, weshalb manchmal eine Nachkorrektur nötig ist. Aus diesem Grund wird eine Laserbehandlung nur bei Menschen durchgeführt, deren Dioptrienanzahl über einen längeren Zeitraum stabil ist.

Weitsichtigkeit kann bereits im Kindesalter auftreten – meist ist ein zu kurzer Augapfel die Ursache. Altersweitsichtigkeit ist hingegen keine Fehlsichtigkeit im engeren Sinne, sondern eine natürliche Alterung des Auges. Ab ca. 45 Jahren sehen viele Menschen durch die nachlassende Elastizität der Linse Objekte in der Nähe immer schlechter.

Das könnte dich auch interessieren

magazine-image

Wie schnell ist meine Brille fertig

Mehr erfahren
magazine-image

Brillenpass erklärt

Mehr erfahren
magazine-image

Die perfekte Brille für jede Preisklasse

Mehr erfahren
magazine-image

Sehtest beim Optiker

Mehr erfahren
Vorheriges
Vorheriges
Termin buchen