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Hornhautverkrümmung, auch Astigmatismus oder Stabsichtigkeit, ist eine genetisch vererbbare Fehlsichtigkeit.

Hornhautverkrümmung: Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Einkaufsliste ist kaum zu entziffern und auch das Straßenschild in einigen Metern Entfernung bleibt unlesbar? Wer weder nahe Objekte noch Dinge in der Ferne scharf sehen kann, leidet eventuell – auch zusätzlich zu einer Kurz- oder Weitsichtigkeit – an einer Hornhautverkrümmung. Wir zeigen, wie es dazu kommt und vor allem, wie sich Astigmatismus wirkungsvoll behandeln lässt.

Was ist eine Hornhautverkrümmung?

Eine Hornhautverkrümmung – auch Astigmatismus oder Stabsichtigkeit genannt – bezeichnet eine Verkrümmung der Hornhaut, die zu Beeinträchtigungen beim Sehen führt. Astigmatismus ist weit verbreitet: In Österreich leiden etwa die Hälfte aller Brillenträger und Kontaktlinsenträger zusätzlich zu einer Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit auch an einer Hornhautverkrümmung.


Die hauchdünne Hornhaut des Auges – sie ist nicht einmal einen Millimeter dick – ist im Optimalfall rund wie eine Kugel geformt. Durch diese gleichmäßige, runde Form bündelt die Hornhaut einfallende Lichtstrahlen exakt in einem Brennpunkt auf der Netzhaut – et voilà: Wir sehen scharf.

Bei einer Hornhautverkrümmung ist die Hornhaut nicht gleichmäßig geformt, sondern weist Unregelmäßigkeiten auf. Die Folge: Einfallende Lichtstrahlen werden je nach Einfallwinkel unterschiedlich stark gebrochen. Dadurch wird das Licht nicht an einem Punkt auf der Netzhaut gebündelt, sondern es treffen viele Brennlinien auf der Retina auf. Was sich zu einem Punkt sammeln sollte, wird bei einer Hornhautverkrümmung zu einem Strich verzerrt – daher auch die Bezeichnung „Stabsichtigkeit”. Passend dazu bedeutet der Name „Astigmatismus” „Punktlosigkeit”.

Sehen mit Hornhautverkrümmung: Das sind die Symptome von Astigmatismus

Viele Menschen mit Sehschwächen stellen sich die Frage: „Leide ich an einer Hornhautverkrümmung?” Und es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass dies mit „Ja” beantwortet werden kann. Denn eine Hornhautverkrümmung von bis zu 0,5 Dioptrien gilt als normal. Sie wird von den Betroffenen jedoch kaum wahrgenommen.


Erst ab 0,75 Dioptrien spricht man von leichtem Astigmatismus. Dieser sollte bereits behandelt werden, um Folgeschäden zu vermeiden. Eine Fehlsichtigkeit zwischen 0,75 und 2,5 Dioptrien wird als mittlerer Astigmatismus bezeichnet.


Ab 2,5 Dioptrien liegt eine ausgeprägte Form der Hornhautverkrümmung vor, die zu erheblichen Einschränkungen für die Betroffenen führt.


Zu den Sehproblemen und Folgesymptomatiken, die bei einer Hornhautverkrümmung auftreten, zählen:


  • Unscharfes Sehen – sowohl in der Nähe als auch in der Ferne
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Augenschmerzen

Bei Astigmatismus – auch Stabsichtigkeit genannt – nehmen Betroffene oft unscharfe Linien wahr oder sehen gänzlich verschwommen.
Klare Sicht ohne Hornhautverkrümmung.
Der Wert Cyl bezieht sich auf die Verkrümmung der Hornhaut.

Diagnose einer Hornhautverkrümmung

Wenn Sie also bemerken, dass das Sehen anstrengend ist, Sie unscharf sehen und eventuell auch noch Kopfschmerzen auftreten – ab zum Augenarzt oder Optiker. Dieser ermittelt rasch und unkompliziert mit einem Sehtest die Brechkraft des Auges und misst auch die Hornhautverkrümmung exakt aus – wichtig für die anschließende Behandlung.


Nach der Untersuchung kann die Hornhautverkrümmung anhand zweier Messwerte angegeben werden: Dioptrien und Zylinderwert (Cyl). Letzterer gibt die Differenz zwischen der stärksten und der schwächsten Krümmung der Hornhaut an. Ein Cyl-Wert von Null bedeutet, dass keine Hornhautverkrümmung vorliegt.

Behandlung einer Hornhautverkrümmung: Ist eine Korrektur möglich?

Ja, eine Korrektur der Sehkraft ist bei regulärem Astigmatismus möglich. Es stehen sogar mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:


  • Brillen

Die klassische Lösung ist die Brille. Doch einfach geschliffene Brillengläser, wie sie bei Kurz- oder Weitsichtigkeit zum Einsatz kommen, reichen nicht aus, um die Unregelmäßigkeiten der Hornhaut zu korrigieren. Es bedarf speziell geschliffener Zylindergläser, um die Lichtstrahlen korrekt auf der Netzhaut zu bündeln.


  • Kontaktlinsen

Sportlich Aktive werden sich freuen zu lesen, dass auch das Tragen von Kontaktlinsen bei einer Hornhautverkrümmung möglich ist. Besonders harte Kontaktlinsen können die Verformung der Hornhaut ausgleichen, da sie individuell an die Brechkraft des Auges angepasst werden können.

Wer eine dauerhafte Lösung sucht, kann seine Hornhautverkrümmung auch durch eine Augenlaserbehandlung korrigieren lassen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Sehschwäche über einen längeren Zeitraum stabil geblieben ist.


Sie sehen: Es gibt also vielfältige Möglichkeiten, eine Hornhautverkrümmung zu behandeln. Ein Beratungsgespräch mit dem Optiker oder Augenarzt schafft Klarheit darüber, welche Optionen im individuellen Fall am besten geeignet sind.

Die unregelmäßig geformte Hornhaut beeinträchtigt die Brechkraft des Auges.

Ursachen einer Hornhautverkrümmung

Eine Hornhautverkrümmung ist zumeist angeboren und wird dementsprechend genetisch vererbt. Die Symptome einer Hornhautverkrümmung treten somit zumeist bereits in der Kindheit auf – und entwickeln sich im Laufe des Lebens auch nicht zurück, sondern bleiben konstant.


Als weitere Ursache für Astigmatismus können Unfälle, Augenoperationen oder Augenkrankheiten genannt werden. Diese können in schwerwiegenden Fällen zu Vernarbungen und damit zu Unregelmäßigkeiten in der Hornhaut führen.

Astigmatismus kann mit einer Brille oder Kontaktlinsen gut behandelt werden.

Regulärer Astigmatismus vs. irregulärer Astigmatismus

Hornhautverkrümmung ist jedoch nicht gleich Hornhautverkrümmung. Aufgrund der unterschiedlichen Ursachen dieser speziellen Fehlsichtigkeit werden in der Medizin zwei Arten von Astigmatismus unterschieden:


  • Regulärer Astigmatismus

Der reguläre Astigmatismus ist typisch für die vererbte Form der Hornhautverkrümmung und kommt somit häufiger vor als der irreguläre Astigmatismus. Bei dieser Form ist die Hornhaut regelmäßig – entweder vertikal oder horizontal – gekrümmt, sodass lediglich zwei Brennlinien entstehen. Diese lassen sich mit Brillen oder Kontaktlinsen einfach ausgleichen.


  • Irregulärer Astigmatismus

In diesem Fall ist die Hornhaut unregelmäßig gekrümmt, sodass das Licht auf vielfältige Weise gebrochen wird und viele Brennlinien entstehen. Diese Fehlsichtigkeit des Auges auszugleichen ist weitaus schwieriger, als es bei regulärem Astigmatismus der Fall ist, manchmal ist eine Hornhauttransplantation nötig. Irregulärer Astigmatismus entsteht meist durch schwerwiegende Hornhauterkrankungen, Augenoperationen mit Narbenbildung oder Unfälle.

Hornhautverkrümmung bei Kindern: Hier ist Vorsicht angebracht

Wenn Kinder über Kopfschmerzen klagen oder Schwierigkeiten beim Sehen haben, sollte man umgehend einen Augenarzt oder einen Optiker konsultieren. Es könnte sich um eine Hornhautverkrümmung handeln – insbesondere, wenn ein oder beide Elternteile davon betroffen sind, da Astigmatismus genetisch vererbbar ist. Bei Kindern mit Sehschwäche ist es grundsätzlich wichtig, dass Sehschwächen aller Art schnell korrigiert werden, damit sich der Sehsinn voll entwickeln kann.

Fazit: Hornhautverkrümmung lässt sich gut behandeln

Eine Hornhautverkrümmung, auch Astigmatismus oder Stabsichtigkeit genannt, ist meist genetisch bedingt (und somit auch vererbbar) und bleibt in der Regel im Laufe des Lebens stabil. Ab einer Stärke von 0,75 Dioptrien sollte eine Hornhautverkrümmung korrigiert werden, um Folgeerscheinungen wie Kopf- oder Augenschmerzen sowie Schwindel zu vermeiden. Besonders bei Kindern ist eine frühzeitige Korrektur wichtig, damit sich der Sehsinn vollständig entwickeln kann.

Zur Korrektur von Astigmatismus stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Besonders Kontaktlinsen oder Brillen sind eine einfache, zuverlässige – und definitiv schicke – Methode, um diese Fehlsichtigkeit auszugleichen.

Hornhautverkrümmung lässt sich gut behandeln, zum Beispiel mit Brille oder Kontaktlinsen.

FAQ – Häufige Fragen zur Hornhautverkrümmung

Astigmatismus, auch Hornhautverkrümmung oder Stabsichtigkeit genannt, ist eine Fehlsichtigkeit, bei der die Hornhaut nicht gleichmäßig rund geformt ist. Dadurch werden Lichtstrahlen unterschiedlich gebrochen und treffen nicht punktgenau auf der Netzhaut zusammen, was zu verschwommenem und verzerrtem Sehen führt.

Typische Symptome sind unscharfes Sehen in der Nähe und in der Ferne. Daraus resultieren Kopfschmerzen, brennende Augen und Schwindel aufgrund der Überanstrengung der Augenmuskulatur, die versucht, die Fehlsichtigkeit auszugleichen.

Eine Hornhautverkrümmung ist meist angeboren und genetisch bedingt. Sie kann jedoch auch im Laufe des Lebens durch Augenoperationen, Verletzungen oder Krankheiten entstehen, welche die Hornhaut beispielsweise durch Vernarbungen unregelmäßig verformen.

Eine Hornhautverkrümmung wird in der Regel mit speziell geschliffenen Brillengläsern (Zylindergläsern) oder formstabilen Kontaktlinsen behandelt. Diese gleichen die ungleichmäßige Krümmung der Hornhaut aus.

Eine Korrektur des Astigmatismus sollte ab etwa 0,75 Dioptrien erfolgen, um Folgesymptome wie Kopf- und Augenschmerzen oder Sehbeschwerden zu vermeiden.

Bei Kindern ist eine rechtzeitige Behandlung besonders wichtig, um eine vollständige und normale Entwicklung des Sehvermögens zu gewährleisten. Bleibt eine Sehschwäche unbehandelt, kann dies zu dauerhaften Sehstörungen führen, da das Gehirn mangels scharfer Bilder den Sehsinn nicht richtig ausbildet.

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